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Wer schweigt stimmt zu --- LuO-Schüler informieren über KindersoldatenEmpörungund Ohnmacht. Dies sind die Worte, welche die Reaktionen unseres Ethikkursesder Klasse 12 von Herrn Kärcher auf einen Vortrag zum Thema Kindersoldatentreffend beschreiben können. Wut auf diegrausame Rücksichtslosigkeit der Menschen, die Kinder zum Töten zwingen,Ohnmacht, weil wir uns diesem Problem mit all seinen Wurzeln und Ursachen, vonder Armut bis zum jahrzehntelangen Bürgerkrieg, hilflos und kleingegenübergestellt sahen. Eben diesem Gefühl von Hilflosigkeit sagte unserLehrer nach einiger Diskussion mit den Worten:„Das können wir doch nichteinfach so stehen lassen, da müssen wir was machen!“ den Kampf an. AmSamstag, den 20. Juni 2009 um 8.30 Uhr, fand unser Kurs sich daher mitten inder der Darmstädter Innenstadt an einem etwas wackeligen Tapeziertisch wieder,der mit selbst verfassten Infotexten, Flyern, Plakaten und zwei liebevollgebastelten Spendenboxen überladen war. „Guten Morgen, wir sind aus einemEthikkurs der Lichtenbergschule, dürfen wir sie über das Thema Kindersoldateninformieren?“ Ausweichende Blicke, beschleunigte Schritte, ein höfliches,abweisendes Nicken oder ein entschuldigendes Lächeln, das waren die typischenReaktionen der Passanten. Andere reagierten wütend, verbittert, beklagten sichüber die Ohnmacht, die auch auf ihnen lastete, ihr Unverständnis für dieZwangsrekrutierung von Kindern und sie versuchten sich durch Spenden undSchuldzuweisungen zu erlösen. „Planet der Schweine!“ „Und, wisst ihr wer dieganzen Waffen liefert? Wir sind es selbst, die Industrienationen!“ „Ichverstehe nicht, wie Menschen so tief sinken können.“ Wir trafen einenKolumbianer, der uns von der Situation aus seinem Heimatland erzählte:“Das Landversucht den Eindruck von einer aufstrebenden Nation zu erwecken, doch inWirklichkeit wird für die Menschen nichts besser. Ständig verschwinden Kinder,viele in ländlichen Gebieten, einige in der Stadt. Es ist normal.“ Wir trafeneinen älteren Herrn, der bereits mit 15 Jahren während der NS-Zeit für diedeutsche Luftwaffe eingesetzt wurde. „Das was die Jugend heute inComputerspielen nachzuempfinden versucht, das habe ich als junger Jugendlichererlebt.“ „Ihr seid einTropfen auf den heißen Stein, das sind wir doch alle“, war das Urteil einesMannes, das die Zweifel, die wir selbst hegten, nährte. Doch was wir gelernthaben ist, dass es besser ist ein kleiner Tropfen von vielen anderen zu sein,als die Ungerechtigkeit, die in großen Teilen der Welt herrscht schweigendhinzunehmen. Denn wer schweigt stimmt zu und wir haben unser Schweigengebrochen, den Horizont einiger Menschen erweitert und uns auf die spannendenund lebensnahen Geschichten anderer eingelassen und selbst daraus gelernt. Insgesamthaben wir außerdem 293,38€ gesammelt, die an eineKinderhilfsorganisation weitergereicht werden. Weil diese Aktionso erfolgreich war, wollen wir etwas Derartiges unbedingt wiederholen undempfehlen auch allen anderen, die sich für etwas einsetzen wollen, zur Tat zuschreiten und zu einem weiteren Tropfen zu werden, der mit allen anderengemeinsam - möglicherweise langsam, aber stetig - den Stein der Ungerechtigkeithöhlen kann. Von Meera Zaremba, Ethik,Gk Kärcher 12 Informationsstand in der Innenstadt:
letzte Änderung: 04.07.2009 |