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Geschichte der Schule

Die Abkürzung der Lichtenbergschule ist LuO. Sie stammt von:

Ludwigs Oberrealschule

 

Die Geschichte der Lichtenbergschule

Alles begann im Jahre 1824. Damals schlug die 'Geheime Kommission für die Realschule zu Darmstadt' mit Abstimmung des Gemeinderates den Bau einer "Real oder Höheren Bürgerschule vor, worin Kinder und Jünglinge, die sich dem Gelehrtenstande nicht widmen wollen, sondern als Kaufleute, Künstler, Oekonomen und tüchtige Handwerker künftig dem Staat nützlich zu werden gedenken, vollkommen vorbereitet, unterrichtet und ausgebildet werden"

Daraufhin wurde die Real- und technische Schule 1826 erbaut. Doch schon 10 Jahre später schloss die Schule wieder. Im Gegenzug wurde die höhere Gewerbeschule geschaffen, die mit der Realschule eine Einheit bildete, das Weylandsche Haus.

Doch hohe Schülerzahlen zwangen dazu, ein neues Schulgebäude in der Kapeilstraße 5, südlich der Stadtkapelle, zu bauen, das 1844 eingeweiht wurde. 1863 wurde durch eine Verordnung vom Großherzog die beiden Schulzweige getrennt.

Da auch in der Realschule inzwischen Latein gelehrt wurde, gliederte man sie in eine Realschule I. Ordnung (mit Latein als erster Fremdsprache) und II. Ordnung (ohne Latein).


1896 kann die Realschule in das 1844 schon einmal bezogene Gebäude zurückkehren, da die Technische Hochschule, die 1877 geründet wurde, in die Neubauten am Herrngarten umgezogen war. Seit dem Schuljahr 1898/99 hieß die Realschule dann offiziell Oberrealschule und war die erste dieser Schulform in Hessen. Durch Erweiterung der Schuljahrgänge bis zum 13. Schuljahr gab es erneut einen starken Anstieg der Schülerzahlen.

Deshalb wurde die Errichtung einer zweiten Oberrealschule vorbereitet. In der Nähe der Johanneskirche, in der Landwehrstraße, wurde das neue Schulhaus gebaut. Es war für die Schüler bestimmt, die nördlich der Dieburger-, Alexander-, und Rheinstraße wohnten. Der alten Oberrealschule wurde der Name Ludwigs-Oberrealschule, der neuen 1911 der Name Liebigs-Oberrealschule gegeben. Namenspatron war Großherzog Ludwig II., der von 1830 - 1848 Darmstadt regierte. In den Jahren vor dem 1. Weltkrieg bürgern sich dann die Abkürzungen LUO und LIO ein. Aus der Ludwigs-Oberrealschule wurde in NS-Zeiten 1937 die Ludwigs-Schule, Oberschule für Jungen. Und als nach dem 2. Weltkrieg die Darmstädter Schulen am 15. Oktober 1945 wieder mit ihrem Unterricht beginnen, trägt die LUO mit Genehmigung der amerikanischen Militärregierung den Namen Ludwigs-Realgymnasium. Leider war in der Brandnacht vom 11. September 1944 das Schulgebäude am Kapellplatz zerstört worden und ein neues gab es noch nicht; im Schichtunterricht ist die Schule zu Gast bei der LIO (1945-1953), der Viktoriaschule (1953-1955) und beim LGG (1955-1966).

Erst im Juni 1966 kann die Lichtenbergschule ihren Neubau in der Ludwigshöhstraße beziehen. Wie war es zu diesem Namenswechsel gekommen?

Im Jahre1955 wurde ein Erlass veröffentlicht, in dem festgelegt wurde, dass

  • ein Zusammenhang zwischen Namen und Schule bestehen muss,
  • gleiche oder ähnliche Namen auf nahem Raum zu vermeiden sind,
  • der Namenspatron für die deutsche Geschichte oder für die Menschheitsgeschichte von Bedeutung sein sollte, aber auch lokalgeschichtlich bedeutende Gestalten zulässig seien und
  • es sollten Männer oder Frauen sein, die für das Geistes- und Kulturleben bedeutsam sind und als menschliche Vorbilder gelten können.

Auch müssen ab 1. April 1956 alle Schulen, die zur allgemeinen Hochschulreife führen, die Gruppenbezeichnung "Gymnasium" tragen. Die Gruppenbezeichnung soll nur dann mit dem Eigennamen verbunden sein, wenn das schon bisher einer Tradition entsprechend der Fall war. Ab diesem Datum ist der Eigenname mit dem Oberbegriff Schule zu verbinden, während die Gruppenbezeichnung als Untertitel erscheint. Im Untertitel (Zusatz) kann außerdem hingewiesen werden auf

  • den Typ des Gymnasiums,
  • auf Koedukation bzw. Trennung von Jungen und Mädchen,
  • ein mit der Schule verbundenes Internat.

Als Normaltyp des Gymnasiums, der keinen Zusatz im Untertitel erfordert, ist in Hessen das bisherige Realgymnasium anzusehen.

Soweit die Verordung. Dadurch ergab sich aber nun ein schweres Problem: Da es nun das 'Ludwigs-Gymnasium' und das 'Ludwig-Georgs-Gymnasium' gab, war eine Verwechslung durch den Namen nicht auszuschließen. Deshalb sollte der Name geändert werden. Neben 'Lichtenberg-Gymnasium' stand auch der Name 'Max-Planck-Gymnasium' zur Debatte, der von dem damaligen Schulleiter bevorzugt wurde, weil Georg Christoph Lichtenberg, obwohl als "lokalgeschichtlich bedeutende Gestalt zu begrüßen, wegen seiner nicht überragenden Bedeutung als Physiker und wegen seiner kritisch-satirischen Äußerungen, d.h. seiner bösen Zunge und seines nicht ganz integeren Lebenswandels nicht als menschliches Vorbild gelten könne."

Zum Glück konnte sich der Schulleiter nicht durchsetzen und so hieß die Schule ab 1956 Lichtenbergschule. Doch es dauerte noch 10 Jahre bis die Schule in das jetzige Gebäude in der Ludwigshöhstraße einziehen konnte, da es Auseinandersetzungen mit der Stadt gab.


letzte Änderung: 19.06.2011
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1824


 

1826

1836







 

 

 

 

 


 

 



 

1844

1863








 

 

 


 


 

1877
1896
1898




 

 

 

 

 

 




 

1911


1937

 

1944
1945

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1955

 

 

1956

 

 

 

 

 

 

 

1966