| STRAHLENDE STRAHLENFORSCHERINNEN: Catharina Rische und Stella Buck (von links) nehmen mit der „Heizwertmikrowelle“ am Wettbewerb „Jugend forscht“ teil. (Fotos: Claus Völker) Kunstvoll wölbt sich der durchsichtige Trichter ins Innere des Modells. „Das gibt’s auf der Welt so nicht nochmal“, sagt Florian Loch stolz. Der Fünfzehnjährige und sein Mitforscher Markus Peier präsentierten gestern selbstbewusst ihren Beitrag zum 43. Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ in der Kategorie „Arbeitswelt“: eine fantasievolle Überdachung für den Innenhof ihrer Schule. Zum ersten Mal wurde die Veranstaltung auf regionaler Ebene von den Fraunhofer-Instituten in Darmstadt ausgerichtet. 30 südhessische Jugendliche zwischen 15 und 21 Jahre traten bei „Jugend forscht“ an, 32 jüngere Schülerinnen und Schüler hatten ihre Projekte im Nachbarraum im Rahmen des Parallelwettbewerbs „Schüler experimentieren“ aufgebaut. Hessenweit hatten sich 472 Schülerinnen und Schüler angemeldet. Die Besten qualifizieren sich für den hessischen Landeswettbewerb am 7. und 8. April, den Merck in Darmstadt veranstaltet. Ziel der jungen Tüftler ist der Bundesentscheid im Mai. Aus Darmstadt ging die Lichtenbergschule (Luo) mit den meisten Projekten ins Rennen: 13 Ideen waren in den Augen der Luo-Schüler preisverdächtig. Aber auch die Mornewegschule, das Schulzentrum Marienhöhe, das Ludwig-Georgs-Gymnasium und die Edith-Stein-Schule waren dabei. Die Nachwuchswissenschaftler der Luo, zu deren Team auch Aline Weinzierl gehört, haben in den vergangenen Monaten an einer architektonischen Vision für den Innenhof ihrer Schule gearbeitet. Wenn es nach ihnen geht, erhält die Calla des Darmstadtiums bald eine kleine Schwester: eine „Lilium“ genannte Konstruktion. Ein Lilienkelch — und nicht das neue Kongresszentrum, wie Florian und Markus beteuern — habe sie inspiriert, eine trichterartige, frei tragende Folienkonstruktion zu erfinden. „Ein energieeffizienter Regenschutz“, wirbt Konstrukteur Markus. Wie die meisten Bewerber haben sich die Schüler fachliche Hilfe geholt. Mit Architekten hätten sie ausführlich gesprochen und die hätten versichert: das funktioniert. Am Vormittag sind die Jugendlichen gespannt, ob die Jury das genauso sehen würde. Große Tafeln, mathematische Ausarbeitungen, zwei Modelle und ein mündlicher Vortrag sollen überzeugen. Insgesamt sei das Niveau der jugendlichen Wissenschaftler „mittelstark“, schätzt Wettbewerbsleiter Paul Schlöder die Leistungen ein. Im Nachbarraum warten Stella Buck und Catharina Rische aus Darmstadt auf ihre Chance, den Juroren ihr Konzept darzulegen. Anders als das Lilium lässt sich das Thema der 13 Jahre alten Schülerinnen nicht auf den ersten Blick erkennen. Auf den zweiten eigentlich auch nicht, denn die Mädchen haben mit unsichtbaren Mikrowellenstrahlen experimentiert. < erklärt, Lösemittelabfälle würden verfüge häufig über könne für Müll „Heizwertmikrowelle“ Im Oktober haben die Freundinnen aus der 8a der Luo begonnen, intensiv zu forschen. Informationen und Ausstattung beschaffen, sich einlesen, grübeln, experimentieren, dokumentieren: Das alles neben dem normalen Schulbetrieb. Schon anstrengend, räumt Stella ein. „In der Mittagspause haben wir eben ein bisschen schneller gegessen, damit wir noch Messungen vornehmen konnten“, erzählt sie. Mit Ach und Krach passte das gemeinsame Hobby Volleyball noch in den Wochenplan. „Aber sonst nichts“, sagt Catharina. Mit dem repräsentativ aufgearbeiteten Ergebnis am Wettbewerbsstand 28 stehend, resümiert Stella: „Hat sich gelohnt“. Schon die Teilnahme rentiere sich. „Ich möchte Ärztin werden und das macht sich später gut im Lebenslauf“, ist Stella sicher. Weitere Artikel zu diesem Thema im Lokalteil Darmstadt der aktuellen Ausgabe des „Darmstädter Echo“ (15. Februar). |