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Berlin lockt

Berlin lockt, die LUO kommt!

Mit leicht unterkühlten Gedanken machten sich diesmal 147 SchülerInnen am Montag, dem 21. Februar 2011, auf den Weg nach Berlin, um die Metropole zu erkunden und das „touristische Programm“ zu bewältigen.

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Der Eindruck, wenn solch eine große Gruppe, leicht ermüdet von der Busfahrt, die Eingangshalle des Hostels mit vielfältigem Gepäck erstürmt, ist überwältigend. Da kann so mancher Lehrer — nicht ganz so schnell- auf der Strecke bleiben!

Einchecken, Zimmer besetzen, kurze Lagebesprechung, und schon kann das Programm losgehen! Bei eisigen Temperaturen zog die erste Karawane (50 Pennäler) unter der Leitung von Frau Stichel und Frau Ofenloch gen Bundesrat. Wie auch einen Tag später bewährten sich unsere Politikbesessenen beim Rollenspiel, auch wenn die Situation, z. B. als Sprecher eines Bundeslandes den jeweiligen Standpunkt zur Frage der Schließung von Atomkraftwerken hartnäckig zu verteidigen, rhetorische Qualitäten und Selbstbewusstsein abverlangte.

Ein Höhepunkt war sicherlich der Besuch des Bundestags und die anschließende Diskussion mit Frau Zypries. Eine Herausforderung für uns Lehrer, die Anwesenheit aller draußen vor dem Reichstagsgebäude bei Minusgraden per Liste zu überprüfen!

Die Vollständigkeit der Gruppe sowie das Engagement während der Diskussion zeigt die Bedeutung solcher Smaltalks für die Ausprägung eines politischen Bewusstseins.
Fragestunde               Kuppel

Der Besuch der Kuppel rundete diesen erfolgreichen Vormittag ab, die Lehrkräfte nutzten die Umgebung zu einer Stärkung in der „Ständigen Vertretung“ bei guter Laune.

Am Nachmittag besuchte eine Schülergruppe die Europäische Kommission, ein Informationszentrum, in dem sich die SchülerInnen über den europäischen Integrationsprozess auf vielfältige Weise informieren konnten.

Die Kälte trug ihren Teil dazu bei, dass sich die Aktivitäten an den Abenden in Grenzen hielten. Die Temperaturen (abends minus 4/5 Grad) bilden gleichfalls einen Kritikpunkt der Schüler bezüglich der Bewertung der Fahrt! Da haben wohl die Organisatoren etwas falsch gemacht!

Nun gut. Es blieb den einzelnen Gruppen genügend Zeit, Berlin auf eigene Faust zu erkunden.

Wiedervereinigung                               Friedrichstrasse

Gleichfalls bot der Mittwoch die Möglichkeit, ein kulturelles Event, mit oder ohne Lehrkräfte, wahrzunehmen.

Das Jüdische Museum stellte mit seiner atemberaubenden Architektur und hoch qualifizierten Museumskräften einen weiteren Höhepunkt dar. Die Themen reichten vom 19. Jahrhundert bis zum Holocaust. Die Vorträge sind ausgewogen, auf die Zuhörer und deren Interessen abgestellt, wenn auch einige SchülerInnen mit dem Ablauf der jeweiligen Führung nicht zufrieden waren.

Der letzte Tag mit dem Abschluss in Höhenschönhausen vermittelte eine unmittelbare Begegnung mit Zeitzeugen aus der DDR-Geschichte.

Die Gedenkstätte, seit 2000 eine selbstständige Stiftung des öffentlichen Rechts, lässt die Formen und Folgen politischer Verfolgung in der kommunistischen Diktatur klar hervortreten und zeigt die Möglichkeiten auf, sich mit der DDR-Geschichte handfest auseinanderzusetzen.

Der lebendige Vortragsstil und die persönliche Betroffenheit spiegeln unter Beachtung der subjektiven Perspektive — die auch kritisch zu durchleuchten ist — ein Stück deutsch-deutscher Realität wider, dass für die jetzige Schülergeneration aus dem Westen nur als plakative Formel unter der Rubrik „Kommunismus/Sozialismus-Systemvergleiche“ in den Geschichtsbüchern blass wahrgenommen wird.

Die 5-stündigen Projekttage ermöglichten den SchülerInnen eine äußerst intensive Auseinandersetzung mit dem Stasi-System.

Anhand verschiedener Quellen wurden Hintergründe und Auswirkungen erarbeitet, die Ergebnisse auf Postern festgehalten. Diese werden Grundlage für eine Ausstellung in unserer Schule sein.

Insgesamt überwiegen bei allen Teilnehmern die positiven Aspekte. Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle den engagierten Kolleginnen und Kollegen, die zum Gelingen der Studienfahrt beigetragen haben.

Jetzt heißt es: planen für 2012. Berlin, wir kommen!

Stefan Niemeyer und Michael Conrads


letzte Änderung: 15.05.2011
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