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Politische Bildung
Klasse 7e OB Partsch

Klasse 7e auf Rathauserkundung

Was macht ein Oberbürgermeister den ganzen Tag? Hat er noch einen Nebenjob? Und wie sieht sein Büro aus? Am 9.12.2016 erhielt die Klasse 7e die Gelegenheit, die Antworten auf diese und andere Fragen aus erster Hand zu bekommen: Im Rahmen einer Rathauserkundung in Darmstadt statteten die Schülerinnen und Schüler dem Chef des Hauses, Herrn Oberbürgermeister Jochen Partsch, einen Besuch in seinem Büro ab. Bereitwillig zeigte er der Klasse seine Räumlichkeiten, erklärte eine Menge über den Arbeitsalltag eines Oberbürgermeisters und verriet auch, welche Fächer er in der Schule weniger mochte als andere. Auch sperrige Themen wie die Hessische Gemeindeordnung oder die Steuergesetzgebung kamen zur Sprache und wurden von ihm und von der Bürgerbeauftragten der Stadt Darmstadt Imke Jung-Kroh anschaulich erklärt. Zum Schluss durfte die Klasse noch im Magistratssaal Platz nehmen und sich eine zeitlang wie eine Stadtregierung fühlen. Das Fazit: Demokratie in der Gemeinde ist anstrengend, aber spannend!

J. Strube


Ab in die Hauptstadt

- Die Lichtenbergschule zu Besuch in Berlin -

Müsste man mit ein paar wenigen Worten erfassen, wofür Berlin steht, was die deutsche Hauptstadt ausmacht oder für was sie bekannt ist, man würde scheitern. Kaum eine Stadt in Deutschland oder auch Europa ist so abwechslungsreich, so facettenreich und vor allem so sehr durch ihre Geschichte geprägt wie Berlin. Ob turbulentes, hektisches Großstadtleben am Alexanderplatz, grüne Idylle im Tiergarten, geschichtliches Gedenken am Holocaustdenkmal oder an Überresten der Berliner Mauer, Kultur auf und um Museumsinsel oder nicht zuletzt das Herz deutscher Politik rund um den Bundestag, Berlin bietet für jede Stimmung, für jeden Charakter das Richtige.

Wie bereits üblich für die Schüler der Q2, bot uns die Schule auch in diesem Jahr die Gelegenheit, jene beeindruckende Stadt zu entdecken und ihre vielen Seiten kennenzulernen. Und so brach am 28. April die Buskolonne mit fast 150 Oberstufenschülern und sechs Lehrern des Kollegiums für Politik und Wirtschaft zur neunstündigen Fahrt nach Berlin auf. Einige waren erst kurz zuvor aus ihrem Osterurlaub zurückgekehrt, nun stand ihnen erneut eine einprägsame, neue Erfahrung bevor.

Gleich bei der Ankunft erwartete uns die erste positive Überraschung. Kaum eine Wolke trübte den Blick auf die sonnendurchflutete Stadt an der Spree, keine Spur erinnerte an das nasskalte, trübe Wetter aus der Heimat, und so blieb uns Berlin für die drei folgenden Tage von seiner besten Seite erhalten.

Die erste Touristentour bot sich uns bereits bei der Anfahrt zu unserer Unterkunft, dem Hostel „Pfefferbett“ auf dem Prenzlauer Berg. Entlang dem Kurfürstendamm, vorbei an KaDeWe, Potsdamer Platz, Bundesrat sowie -finanzministerium, Museumsinsel, Fernsehturm und Alexanderplatz näherten wir uns unter großem Staunen dem zentral gelegenen Stadtviertel im Nordosten der Berliner Zentren. Jene wohlhabende, alleengesäumte Gegend im ehemaligen Ostteil der Stadt sollte für die nächsten drei Tage unser Stützpunkt für zahlreiche Ausflüge bilden.

Und so starteten wir — frisch ausgeschlafen und gut genährt — bereits früh am nächsten Morgen zu unseren ersten Aktivitäten. Mit unseren Bussen durchquerten wir die Stadt, und bekamen mithilfe kurzer Referate unserer Mitschüler erste Informationen zu Geschichte und Wesen Berlins — unterstützt von kleinen Anekdoten der Lehrer über Mauerfall, Friedrich den Großen oder die Militärprozessionen der DDR. Am Potsdamer Platz musste es dann schnell gehen. Die Interessenten an einem Workshop in der Gedenkstätte Hohenschönhausen mussten zusammengerufen und in zwei Bussen untergebracht werden, während der restliche Teil des Jahrgangs größtenteils einigen Stunden in den Einkaufsmeilen der Hauptstadt entgegensah. Dementsprechend missmutig betraten die Schüler das Gelände des ehemaligen Ministeriums für Staatssicherheit, Zentrum für Koordination und Durchführung politischer Unterdrückung und staatlicher Kontrolle der Scheindemokratie DDR. Schnell wich die anfängliche Skepsis vieler Schüler wachem Interesse und vor allem Erschütterung angesichts der schockierenden Berichte der Zeitzeugen. Zurück im Hostel wurde bald deutlich, dass auch die Besucher des Bundesrates und des Verteidigungsministeriums einen lernreichen, aber vor allem spannenden Tag in Berlin verbracht hatten. Und damit noch nicht genug der Bildung: Während Bayern München die wohl schmerzlichste Niederlage der letzten Jahre erfuhr, erwartete uns einer von vielen kulturellen Programmpunkten des Abends — darunter auch unterhaltsames, politisches Kabarett in der bekannten „Distel“.

Ungehindert schritt den Tag darauf die abwechslungsreiche Planung der Lehrerschaft voran. Gegen zwölf Uhr stürmte der komplette Jahrgang der Lichtenbergschule das Reichstagsgebäude. Nach dem Durchqueren der Sicherheitskontrollen und einem Besuch der Garderobe wurde uns eine kurze Einführung in die Arbeit des Bundestags und der Parlamentarier zuteil, während wir von oben auf die alles dominierenden Sitzreihen der Unionsfraktion blickten. Daraufhin ging es hinauf in die wahren Schauplätze parlamentarischer Arbeit, die Sitzungssäle der Bundestagsfraktionen, wo uns ein altbekanntes Gesicht aus Darmstadt begrüßte — die SPD- Abgeordnete Brigitte Zypries. Von Fragen über den europäischen Stabilitätsmechanismus bis hin zu Privatjets und Limousinen waren fast alle erdenklichen Fragen vertreten. Die meisten wurden bereitwillig, andere etwas zögernd beantwortet. Schließlich schloss das gemeinsame Programm des Tages mit einem Besuch der Kuppel. Selbst das menschenerprobte Personal des Bundestags hatte die restlichen Besucher vor dem Ansturm der Lichtenbergschule schützen müssen, die Kuppel wurde gesperrt. Erst gegen Abend trafen Schüler und Lehrer daraufhin wieder aufeinander, nach teils politischen, teils kulturellen Beschäftigungen am Nachmittag. Zu guter Letzt erwartete noch ein Teil der Schülerschaft in den ARD- Studios eine Debatte zum Thema „Geiseln, Terror Kriegsgefahr — Ist die Ostukraine außer Kontrolle?“ mit Anne Will als Gastgeberin. Gegen ein Uhr erhielten wir so auf der Rückfahrt noch einen kurzen Einblick in das Nachtleben der Metropole.

Ungeachtet beginnender Ermüdungserscheinungen folgte das Donnerstagsprogramm ohne Verzögerung. So stand bereits um zehn Uhr ein teils geführter, teils selbstständiger Rundgang durch das Jüdische Museum in Berlin auf dem Plan. Bewusst lag der Schwerpunkt des Museums nicht auf dem Holocaust, vielmehr sollte die Vielfalt jüdischer Kultur in Deutschland illustriert und deren Bedeutung verdeutlicht werden. Damit ergänzte die Ausstellung passend Themen des Geschichtsunterrichts und diente zusätzlich als Vorbereitung auf das Zeitzeugenprojekt der kommenden Woche mit Leslie Schwartz. Dem spannenden Aufenthalt folgte für die meisten Schüler ein freier Nachmittag, viele jedoch hatten noch den Besuch der Gedenkstätte in Hohenschönhausen vor sich. Und so endete die Berlinfahrt so individuell und packend, wie sie begonnen hatte.

Auch wenn die Rückfahrt von Müdigkeit und Erschöpfung geprägt war, so hatten wir alle eine neue Lieblingsstadt entdeckt — Berlin. Egal ob man schon mehrere Male in der Stadt Urlaub gemacht hatte oder ob man die deutsche Hauptstadt zum ersten Mal vor Augen hatte, jeder hatte während dieser Fahrt Neues und Aufregendes erlebt. Daher einen großen Dank an all die engagierten Lehrerinnen und Lehrer, die Jahr für Jahr die oft nicht ganz einfache Exkursion nach Berlin organisieren und betreuen.

Berlin — bis zum nächsten Mal!

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von Janik Wilhelm, 13.05.14


Bundespräsident Gauck besucht LUO!

„Der Bundespräsident kommt!“ — Mitte Januar erfuhren die beiden Q2-PoWi-Leistungskurse von Herrn Niemeyer und Herrn Kroeschell, dass die Lichtenbergschule Darmstadt als Station des Antrittsbesuchs des Bundespräsidenten in Hessen ausgesucht wurde. Ziel des Besuchs: Bundespräsident Gauck möchte mit Schülerinnen und Schülern der Oberstufe über Demokratie und Freiheit diskutieren. Damit aber noch nicht genug. Neben Herrn Joachim Gauck und seiner Lebensgefährtin Frau Daniela Schadt dürfen auch noch der hessische Ministerpräsidenten Volker Bouffier nebst Gattin, die Hessische Kultusministerin Frau Nicola Beer sowie Frau Jutta Fleck begrüßt werden. Frau Fleck ist den meisten wohl besser als die „Frau vom Checkpoint Charlie“ bekannt. Gemeinsam soll Mitte März eine Diskussionsrunde und ein gemeinsames Mittagessen stattfinden.

Wer organisiert den Besuch? Natürlich die Schülerinnen und Schüler selbst. Das ist Ehrensache. Um protokollarisch keine großen Fehler zu machen, stellte sich der Protokollchef der Hessischen Staatskanzlei, Herr Beine, als Berater tatkräftig zur Verfügung. Bei seinem ersten Besuch in der Schule wurden wichtige Rahmenbedingungen geklärt: Wo soll der Empfang stattfinden, wo die Diskussion veranstaltet werden? Soll unsere Schule intensiv hergerichtet oder im IST-Zustand gezeigt werden? Auch bei wichtigen Fragen wie, „Wie sollen wir den Bundespräsidenten eigentlich anreden?“ konnte auf Herrn Beines Rat vertraut werden: „Stellt euch einfach vor, ihr begrüßt einen Gast bei euch daheim! Genauso möchte Herr Gauck auch begrüßt werden.“

Zur inhaltlichen Vorbereitung wurden die Schülerinnen und Schüler mit Joachim Gaucks Biographie und dem Buch zur Dokumentation „Die Frau vom Checkpoint Charlie“ ausgestattet. In einem Besuch der beiden Kurse in der hessischen Staatskanzlei in Wiesbaden konnten die Schülerinnen und Schüler Frau Fleck bereits vorweg kennenlernen. Gemeinsam mit ihr wurde die Verfilmung ihrer Geschichte angeschaut und eine erste Diskussion über ihre Sicht auf Demokratie und ihre Vorstellung von Freiheit geführt. Auf Fragen der Schülerinnen und Schüler nach ihrer Definition von Freiheit kamen unerwartete Antworten: „Für mich bedeutet Freiheit, morgens im Kühlschrank aussuchen zu können, was sie den Tag über essen möchte.“ Für die Schülerinnen und Schülern eine Banalität und Selbstverständlichkeit, die dennoch zum Grübeln anregte.

Eindrücke des Gauck-Besuchs 2013

Gästebuch der Lichtenbergschule mit feierlichem Eintrag des Bundespräsidenten

Unter diesem neuerlichen Eindruck von Freiheit begannen die intensiven Vorbereitungen des Besuchs. Die Essensfrage wurde geklärt: Es soll etwas hessisches geben: Frankfurter Grüne Soße. Auch wird der Bundespräsident von einer Schülerdelegation, angeführt von unserer Schülersprecherin Laura Martionvic, an der Straße empfangen und in die Aula begleitet werden. Zwischendurch muss noch das Eintragen in das Gästebuch der Schule und das Goldene Buch der Stadt Darmstadt, vorgelegt vom Oberbürgermeister Jochen Partsch persönlich, ermöglicht werden. Schließlich sollten alle Schülerinnen und Schülern der LuO am Besuch teilhaben können und dem Bundespräsidenten einen herzlichen Empfang bereiten. Also offiziell unterrichtsfrei für die ganze Schule und stattdessen ein Spalier auf dem Vorhof der Schule. Das erleichterte auch den Sicherheitskräften von Land und Bund ihre schwierige Arbeit. So müssen weniger Räume und Gebäudeteile kontrolliert werden.

Die Diskussion selbst soll in drei Teile gegliedert werden: Aktuelle Politik und Diskussion über Demokratie in Europa, Persönliches Freiheitsverständnis von Frau Fleck und Herrn Gauck im Vergleich und Umgang mit der Demokratieverdrossenheit innerhalb der Bevölkerung. Durch jeden Teil soll ein Schülermoderator führen. In gemeinsamen Sitzungen der beiden Leistungskurse wurden die Teilbereiche inhaltlich vorbereitet. Wieder Unsicherheiten: Sollten die Fragen eher direkt, oder eher allgemeiner gestellt werden? Wie lassen sich Frau Fleck und Herr Bouffier sinnvoll in die Diskussion einbinden?

Die Aula muss vorbereitet werden, die Wände mit Grußworten der übrigen Schüler geschmückt, letzte Malerarbeiten in den Fluren durchgeführt, das ausgewählte Essen probegegessen werden.

Am 15. März ist es dann endlich so weit. Früh morgens schon werden auffällig unauffällige Herren in schwarzen Anzügen begrüßt: „Wir machen die Akkreditierung. Ohne Bändchen kein Einlass in die Aula!“ Danach Sicherung der Schule durch weitere Polizisten und Kriminalbeamte. Der reguläre Unterricht endet pünktlich nach der fünften Stunde und 800-1000 Schülerinnen und Schüler versammeln sich in gespannter Erwartung vor den Eingangstüren der Schule. Und warten. Der Bundespräsident lässt auf sich warten.

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Dann kommt er endlich. Jetzt weiß jeder, warum er gewartet hat. Volksfeststimmung und Empfang wie bei einem Popstar! „Ich habe ein Autogramm!“ Junge Schülerinnen und Schüler sind begeistert von ihrem Präsidenten. Herr Gauck kommentiert das zwanzigminütige Begrüßungsspektakel lächelnd mit: „So etwas kann kein Protokoll planen!“ Die Vorstellung der Schule muss nun leider ausfallen. Zu groß ist der Zeitdruck. Lieber schnell zur Diskussionsrunde, die Leistungskursschülerinnen und Schüler warten schon. Und die Presse auch. Aber vorher die Gästebücher!

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40 Journalisten verfolgen die ersten Fragen gespannt mit Block, Mikrofon und Kamera: „Herr Bundespräsident, warum waren Sie so zurückhaltend bei ihrer Europarede gegenüber europa- und demokratiefeindlichen Stimmungen zum Beispiel aus Ungarn?“ Direkte Fragen, direkte Antworten: „Ich kann nicht immer so, wie ich will. Das Amt des Bundespräsidenten verlangt auch Zurückhaltung.“ „Warum fordern Sie keine europäische Intervention in Syrien? Schließlich gehe es hier um Freiheit und Demokratie!“ Rhetorische Schleifen als Antwort und dann doch noch auf den Punkt: „Nicht ohne internationales Mandat und vor allem sind die Fronten nicht so ganz klar.“ 40 Minuten später ist die Diskussion auch schon vorüber. Ein abschließendes Gruppenfoto und das Überreichen der Gastgeschenke.

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Ein abschließendes Highlight fehlt aber noch: Das gemeinsames Mittagessen mit Mensafeeling! Anstellen an der Ausgabe, ein Leckerbissen für die Fotografen! Beim Essen gibt es dann noch ein wenig Zeit, um in Kleingruppen intensiv weiter zu diskutieren. Strategisch gut verteilt sitzen die Gäste an zwei langen, schön gedeckten Tafeln. So können eigentlich alle Schüler mit mindestens einem „Promi“ direkt reden. Über was? Über Urlaub, die Todesstrafe in der hessischen Verfassung und alles, was den Schülern sonst noch einfällt. 

Und dann ist es auch schon wieder vorbei. Der Bundespräsident steigt nach abschließender herzlicher Verabschiedung durch die Leistungskursschülerinnen und Schüler in seine schwarze Limousine mit dem eindringlichen Kennzeichen „D — 1“ und fährt davon — zum nächsten Termin. Jetzt möchten die Journalisten aber auch wissen, wie es war! Es folgen ein paar Interviews, gerne auch in die Kamera für das Heute-Journal, oder auch am Telefon mit der örtlichen Radiostation. „Noch ein Schüler zum Interview! Wer will ins Fernsehen?“ Interessierte finden sich. Schon fast professionell werden Statements abgegeben und Eindrücke formuliert.

 Eindrücke des Gauck-Besuchs 2013

Und was bleibt? „Als Bundespräsident ist Gauck sehr geeignet!“ reüssiert ein Schüler. Was ist da noch hinzuzufügen?

Bildergalerie (auf das Foto klicken): 

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Zeitungsberichte:


Darmstädter Echo vom 16.03.2013

Frankfurter Neue Presse vom 16.3.2013 

Dennis Kroeschell, 22.04.2013


Populismus in Europa

Podiumsdiskussion am 13.12.2011 in der Mensa der Lichtenbergschule

Am Dienstag, den 13.12.2011 hielt der Politik und Wirtschaft Leistungskurs von Herrn Schreiber und Herrn Kroeschell eine Podiumsdiskussion über das Thema „Populismus in Europa“.

Hierzu waren Herr Niesen, ein Politikwissenschaftler der TU Darmstadt, Herr Lewandowsky, Populismus-Spezialist an der Uni Bonn sowie Autor eines Buches über Populismus, und Herr Ross, Politikredakteur der FAZ, eingeladen.

Die Podiumsdiskussion fand in der gut gefüllten Mensa unserer Schule statt und stellte sich als ein voller Erfolg heraus.

In der ersten Hälfte wurde nach zwei, von Schülern gehaltenen, Impulsreferaten darüber diskutiert, wie man Populismus am Besten definieren soll und wie es dazu kommen kann, dass Populisten an die Macht kommen. Es dauerte eine Weile bis die Diskussion ins Laufen kam, doch das Thema fesselte die Teilnehmer. Soklärten die Referenden auf, dass die von uns gelieferte Definition von Populismus nicht zu 100% stimmt, da z.B. nicht jede einfache Antwort auf eine Frage gleich eine Populistische Antwort sein muss. An solchen kleinen Beispielen war immer wieder gut zu sehen wie schwer Populismus zu definieren ist. Trotz unserer guten Vorbereitung und Recherche zu dem Thema konnten uns die Referenden noch einige neue Aspekt vor Augen führen und Denkanstöße liefern.

Auch zu Fragen wie „Gibt es einen allgemeinen europäischen Populismus?“ wurde uns ein genauerer Einblick verschafft. So erklärte Herr Ross, dass man grundsätzlich in einen ost- und westeuropäischen Populismus unterscheiden kann. Herr Niesen ergänzte, dass dies größtenteils mit den unterschiedlichen Mediensystemen zusammenhängt, doch dass im Allgemeinen alle Länder ähnliche populistische Grundmodelle aufweisen.

Schlussendlich, wurde an unseren gesunden Menschenverstand appelliert, als von uns die Frage gestellt wurde wie man denn nun auf Populismus reagieren solle. Man müsse immer abwägen in wie fern der Populistische Gedanke einer Partei etwas Gutes oder Schlechtes birgt.

Abschließend lässt sich die Podiumsdiskussion als sehr gelungen und äußerst informativ bewerten. In eigener Regie stellten wir diese Veranstaltung auf die Beine und trugen gemeinsam zu ihrem Erfolg bei. Es war nicht zuletzt unseren gut vorbereiteten Moderatoren Vivien Schuster und Nikolas Pullig zu verdanken, dass die Diskussion durchweg auf sehr hohem Niveau stattfand.

Wir danken an dieser Stelle allen interessierten Zuhörern und besonders unseren geladenen Referenden, ohne die eine solche Veranstaltung nicht durchführbar gewesen wäre.

Der PoWi LK Q1Sc/Kro


Verbrechen der Wehrmacht in die Gegenwart holen

Projektauswertung und Diskussion mit Hannes Heer
am 09.02.2011

Bereits letzten Sommer/Herbst fand eine Infoveranstaltung an der LuO mit Hannes Heer statt, bekannter Historiker am HIS und bis 1999 Leiter der „Wehrmachtsausstellung“. Bei dieser Veranstaltung berichtete er über Idee, Durchsetzung,Verlauf und auch Kontroversen und Probleme der Wehrmachtsausstellung („Vernichtungskrieg.Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944“ ). Für die Schüler/innen der 13. Klasse war das Thema der Kriegsverbrechen der Wehrmacht ergänzend zum Nationalsozialismus sehr interessant, wenn auch zunächst fremd, brisant und auch erschreckend.

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Daraufhin hatten die Geschichts-Kurse von Herrn Schreiber und Frau Stichel verschiedene Projekte zu diesem großen Themenkomplex in Gruppen ausgearbeitet. Dabei wurden schriftliche Ausarbeitungen oder auch Videofilme zu Themen wie „Motive und Handlungsspielräume von Soldaten“, “Die 10 Gebote der Wehrmacht — saubere Wehrmacht oder verbrecherische Organisation?“,„Was wussten die Deutschen vom Holocaust?“, oder „Vergleich der Kriegsverbrechen an West-und Ostfront“ erstellt. Eine Gruppe befasste sich beispielsweise auch mit einer einzelnen Division, wie der Gebirgsjägerdivision „Edelweiß“, die als besonders radikal galt. Andere Gruppen befassten sich mit heute noch aktuellen Kriegsverbrecherprozessen, oder mit der Rezeption und den Reaktionen auf die Wehrmachtsausstellung in der Gesellschaft.

Zur Auswertung, Diskussion und Reflexion dieser Arbeiten waren wir nun froh, Herrn Heer ein weiteres Malfür zwei Stunden an der LuO begrüßen zu dürfen. Zunächst erfreute uns, dass Herr Heer die Schüler/innen für ihre historische Unerschrockenheit und Risikofreude auf dieser „Expedition“ in ein völlig neues fremdes Territorium und für zum Teil sehr aufwendige Recherche lobte.

Wir diskutieren über die schockend immense Zahl von 27 Millionen Toten in der Sowjetunion, von denen nur 9 Millionen Soldaten waren, der große Rest willkürlich wie systematisch, aber sehr oft brutal, ermordete Zivilisten. Wir befassten uns mit der Debatte, ob heute 90jährige Senioren, die nicht mehr lange zu leben haben, noch für ihre damals begangenen Kriegsverbrechen verurteilt werden sollten.

Herr Heer erzählte dazu die absurde Geschichte von dem Schrankmit den bereits recherchierten Ermittlungen (der deutschen und italienischen Justiz und auch von den Alliierten) über Kriegsverbrechen der Wehrmacht, der in den 50er Jahren von italienischen Behörden verschlossen und gegen die Wand gedreht wurde. Erst vor wenigen Jahren wurde dieser „wiederentdeckt“ und geöffnet. Herr Heer betonte seine Meinung, dass es unbedingt notwendig sei, noch lebende Kriegsverbrecher zur Rechenschaft zu ziehen. Erst dadurch würde Recht wiederhergestellt und gegenüber den Angehörigen der Opfer Genugtuung erbracht werden, denn Handlungsspielräume hätte es für die Wehrmachtssoldatensehr wohl gegeben. Herr Heer verdeutlichte hier eindringlich die Möglichkeit des passiven Widerstandes, des Nichts-Tuns. Es sind keine Bestrafungen gegen solche Verweigerungen bekannt.

Zuletzt diskutierten wir — angestoßen von einem Zeitungsartikel aus der taz „Die dritte Phase der Verdrängung“, nach welchem der gegenwärtige Geschichtsunterricht den Nationalsozialismus verharmlose — über Qualität und Wert des Geschichtsunterrichts, wie wir ihn erlebten. Von vielen Schüler/innen wurde ausdrücklich das Engagement Herr Schreibers gelobt, welches es uns möglich möglich machte, Projekte über das Schicksal Darmstädter Juden auszuarbeiten ( „Stolpersteine“) und einen Zeitzeugen, Herrn Fainzang, zu erleben. Den Schüler/innen, die eine BLL im Fach Geschichte planen, wurde zusätzlich eine Fahrt nach Warschau angeboten. Nur solche interaktiven Projekte können die trockenen Fakten der Geschichtsbücher auf einer „emotionalen Ebene“ greifbar und ihr unfassbares Ausmaß von Leid nachvollziehbar gemacht werden.


Diskussionsforum 2009-10:

Frieden durch Krieg?

Mit dieser Frage beschäftigte sich der Politik- und Wirtschaftsleistungskurs der Jahrgangsstufe 13 von Herrn Schreiber in den letzten Monaten.
Die Unterrichtseinheit gipfelte in einer selbst organisierten Podiumsdiskussion
am 7. Oktober diesen Jahres.

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Geladen waren Bundesjustizministerin Brigitte Zypries, Dr. Cornelius Friesendorf (Hessische Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung), Jugendoffizier Hauptmann Hohmann, Horst Bacia (FAZ) und Joachim Nieswandt (Politikredakteur des Darmstädter Echos).
Die Moderation übernahmen Sabrina Berens und Tim Brauer aus unserem Kurs.

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Durch die vielen Besucher drohte die Mensa der Lichtenbergschule aus allen Nähten zu platzen, doch mit einigen Stühlen extra konnte für jeden Interessierten ein Platz gefunden werden. Nach der spannenden Diskussion klang der Abend mit selbst gemachten Brötchen und Kuchen aus.

Wir hoffen, dass mit dieser Veranstaltung der Anstoß für weitere, ähnliche politische Projekte an der Lichtenbergschule gegeben und eine noch namenlose Reihe begonnen wurde.

 

Das Diskussionsforum wurde von Schülerinnen und Schülern moderiert und mit einer Präsentation zum Thema "Entwicklung der deutschen Außenpolitik seit der Wiedervereinigung" eingeleitet.

 

 

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