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Politische BildungPopulismus in EuropaPodiumsdiskussion am 13.12.2011 in der Mensa der Lichtenbergschule Am Dienstag, den 13.12.2011 hielt der Politik und Wirtschaft Leistungskurs von Herrn Schreiber und Herrn Kroeschell eine Podiumsdiskussion über das Thema „Populismus in Europa“. Hierzu waren Herr Niesen, ein Politikwissenschaftler der TU Darmstadt, Herr Lewandowsky, Populismus-Spezialist an der Uni Bonn sowie Autor eines Buches über Populismus, und Herr Ross, Politikredakteur der FAZ, eingeladen. Die Podiumsdiskussion fand in der gut gefüllten Mensa unserer Schule statt und stellte sich als ein voller Erfolg heraus. In der ersten Hälfte wurde nach zwei, von Schülern gehaltenen, Impulsreferaten darüber diskutiert, wie man Populismus am Besten definieren soll und wie es dazu kommen kann, dass Populisten an die Macht kommen. Es dauerte eine Weile bis die Diskussion ins Laufen kam, doch das Thema fesselte die Teilnehmer. Soklärten die Referenden auf, dass die von uns gelieferte Definition von Populismus nicht zu 100% stimmt, da z.B. nicht jede einfache Antwort auf eine Frage gleich eine Populistische Antwort sein muss. An solchen kleinen Beispielen war immer wieder gut zu sehen wie schwer Populismus zu definieren ist. Trotz unserer guten Vorbereitung und Recherche zu dem Thema konnten uns die Referenden noch einige neue Aspekt vor Augen führen und Denkanstöße liefern. Auch zu Fragen wie „Gibt es einen allgemeinen europäischen Populismus?“ wurde uns ein genauerer Einblick verschafft. So erklärte Herr Ross, dass man grundsätzlich in einen ost- und westeuropäischen Populismus unterscheiden kann. Herr Niesen ergänzte, dass dies größtenteils mit den unterschiedlichen Mediensystemen zusammenhängt, doch dass im Allgemeinen alle Länder ähnliche populistische Grundmodelle aufweisen. Schlussendlich, wurde an unseren gesunden Menschenverstand appelliert, als von uns die Frage gestellt wurde wie man denn nun auf Populismus reagieren solle. Man müsse immer abwägen in wie fern der Populistische Gedanke einer Partei etwas Gutes oder Schlechtes birgt. Abschließend lässt sich die Podiumsdiskussion als sehr gelungen und äußerst informativ bewerten. In eigener Regie stellten wir diese Veranstaltung auf die Beine und trugen gemeinsam zu ihrem Erfolg bei. Es war nicht zuletzt unseren gut vorbereiteten Moderatoren Vivien Schuster und Nikolas Pullig zu verdanken, dass die Diskussion durchweg auf sehr hohem Niveau stattfand. Wir danken an dieser Stelle allen interessierten Zuhörern und besonders unseren geladenen Referenden, ohne die eine solche Veranstaltung nicht durchführbar gewesen wäre. Der PoWi LK Q1Sc/Kro Verbrechen der Wehrmacht in die Gegenwart holenProjektauswertung und Diskussion mit Hannes Heer Bereits letzten Sommer/Herbst fand eine Infoveranstaltung an der LuO mit Hannes Heer statt, bekannter Historiker am HIS und bis 1999 Leiter der „Wehrmachtsausstellung“. Bei dieser Veranstaltung berichtete er über Idee, Durchsetzung,Verlauf und auch Kontroversen und Probleme der Wehrmachtsausstellung („Vernichtungskrieg.Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944“ ). Für die Schüler/innen der 13. Klasse war das Thema der Kriegsverbrechen der Wehrmacht ergänzend zum Nationalsozialismus sehr interessant, wenn auch zunächst fremd, brisant und auch erschreckend.
Daraufhin hatten die Geschichts-Kurse von Herrn Schreiber und Frau Stichel verschiedene Projekte zu diesem großen Themenkomplex in Gruppen ausgearbeitet. Dabei wurden schriftliche Ausarbeitungen oder auch Videofilme zu Themen wie „Motive und Handlungsspielräume von Soldaten“, “Die 10 Gebote der Wehrmacht — saubere Wehrmacht oder verbrecherische Organisation?“,„Was wussten die Deutschen vom Holocaust?“, oder „Vergleich der Kriegsverbrechen an West-und Ostfront“ erstellt. Eine Gruppe befasste sich beispielsweise auch mit einer einzelnen Division, wie der Gebirgsjägerdivision „Edelweiß“, die als besonders radikal galt. Andere Gruppen befassten sich mit heute noch aktuellen Kriegsverbrecherprozessen, oder mit der Rezeption und den Reaktionen auf die Wehrmachtsausstellung in der Gesellschaft. Zur Auswertung, Diskussion und Reflexion dieser Arbeiten waren wir nun froh, Herrn Heer ein weiteres Malfür zwei Stunden an der LuO begrüßen zu dürfen. Zunächst erfreute uns, dass Herr Heer die Schüler/innen für ihre historische Unerschrockenheit und Risikofreude auf dieser „Expedition“ in ein völlig neues fremdes Territorium und für zum Teil sehr aufwendige Recherche lobte. Wir diskutieren über die schockend immense Zahl von 27 Millionen Toten in der Sowjetunion, von denen nur 9 Millionen Soldaten waren, der große Rest willkürlich wie systematisch, aber sehr oft brutal, ermordete Zivilisten. Wir befassten uns mit der Debatte, ob heute 90jährige Senioren, die nicht mehr lange zu leben haben, noch für ihre damals begangenen Kriegsverbrechen verurteilt werden sollten. Herr Heer erzählte dazu die absurde Geschichte von dem Schrankmit den bereits recherchierten Ermittlungen (der deutschen und italienischen Justiz und auch von den Alliierten) über Kriegsverbrechen der Wehrmacht, der in den 50er Jahren von italienischen Behörden verschlossen und gegen die Wand gedreht wurde. Erst vor wenigen Jahren wurde dieser „wiederentdeckt“ und geöffnet. Herr Heer betonte seine Meinung, dass es unbedingt notwendig sei, noch lebende Kriegsverbrecher zur Rechenschaft zu ziehen. Erst dadurch würde Recht wiederhergestellt und gegenüber den Angehörigen der Opfer Genugtuung erbracht werden, denn Handlungsspielräume hätte es für die Wehrmachtssoldatensehr wohl gegeben. Herr Heer verdeutlichte hier eindringlich die Möglichkeit des passiven Widerstandes, des Nichts-Tuns. Es sind keine Bestrafungen gegen solche Verweigerungen bekannt. Zuletzt diskutierten wir — angestoßen von einem Zeitungsartikel aus der taz „Die dritte Phase der Verdrängung“, nach welchem der gegenwärtige Geschichtsunterricht den Nationalsozialismus verharmlose — über Qualität und Wert des Geschichtsunterrichts, wie wir ihn erlebten. Von vielen Schüler/innen wurde ausdrücklich das Engagement Herr Schreibers gelobt, welches es uns möglich möglich machte, Projekte über das Schicksal Darmstädter Juden auszuarbeiten ( „Stolpersteine“) und einen Zeitzeugen, Herrn Fainzang, zu erleben. Den Schüler/innen, die eine BLL im Fach Geschichte planen, wurde zusätzlich eine Fahrt nach Warschau angeboten. Nur solche interaktiven Projekte können die trockenen Fakten der Geschichtsbücher auf einer „emotionalen Ebene“ greifbar und ihr unfassbares Ausmaß von Leid nachvollziehbar gemacht werden. |